Walter Tydecks

Persuasive Technology und Generation Angst

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Beitrag für das Philosophische Colloquium der Akademie 55plus Darmstadt am 20. Januar 2025

 

Aus den USA und inzwischen auch aus anderen Ländern wie Deutschland kommen alarmierende Meldungen, wie eine neue Generation psychisch krank wird. Vorab wird ein Rückblick auf die Bildungsreform der 1930er in den USA und der 1960er in Deutschland gegeben sowie auf die aktuelle ökonomische und politische Situation, seit sich in den 1970ern der in den 1930ern gefundene Konsens des New Deal (Rooselvelt, Sozialdemokratie) aufgelöst hat. Frühere soziale Bindungen in Familien, Kirchen, Parteien, Gewerkschaften und Vereinen haben sich gelockert oder sind verloren gegangen. Aus der Lücke entstand das Geschäftsmodell für die von Privatunternehmen wie Facebook, Instagram, Tiktok u.a. angebotenen sozialen Netze. Die teils gewollte und teils erlittene Vereinzelung hat die Anfälligkeit für süchtig machende Internet-Anwendungen vergrößert. Die mit der Bildungsreform entstandenen Verluste, wie sie Hannah Arendt bereits 1958 kritisiert hatte, und die Ökonomisierung sozialen Verhaltens haben zur Generation Angst geführt.

Progressive Education der 1930er

Als Folge der Krise des Bürgertums zur Zeit der Jahrhundertwende um 1900, des 1. Weltkrieges und der russischen Revolution 1917 kam es im Westen zu einem Wandel des Bewusstseins. Wie waren die unbeschreiblichen Kriegsgräuel in aufgeklärten Ländern möglich? Wie konnte es geschehen, dass sowohl die bürgerlichen wie Arbeiterparteien als auch die Kirchen und Gewerkschaften in ihrer großen Mehrheit begeistert den Krieg ihrer Länder gegeneinander unterstützten und offenbar machtlos waren gegenüber dem Wiederaufleben des Antisemitismus und Rassismus? Als sich in Russland die Phase der bürgerkriegsähnlichen Zustände allmählich beruhigte, zeigte sich in der Sowjetunion ein ungeheurer Bildungshunger mit neuartigen Ansätzen der Pädagogik. Das führte auch im Westen zu einer Welle von Ideen der Bildungsreform, deren Vorläufer auf die Jahrhundertwende und in Deutschland auf die Lebensreform-Bewegung zurückging, in den USA auf philosophische Strömungen von Ralph Waldo Emerson (1803-1882) und Henry David Thoreau (1817-1862) im 19. Jahrhundert, die insbesondere von Pragmatisten wie Charles Saunders Peirce (1839-1914), William James (1842-1910) und John Dewey (1859-1952) fortgeführt wurden. Unter dem Druck der Wirtschaftskrise 1929 verschärfte sich der Handlungsbedarf enorm. Das Ausmaß der damals herrschenden Verarmung und Verelendung ist heute kaum mehr vorstellbar. So kam es, dass sich zur Zeit der Präsidentschaft von Franklin D. Roosevelt (1882-1945) mit dem New Deal die Progressive Education durchsetzen konnte, die bereits in den 1890ern entstanden war. Anfangs konnten große Wirtschaftsprojekte wie der Aufbau und die Erneuerung der Infrastruktur kaum begonnen werden, da die Arbeitskräfte mit der nötigen Bildung fehlten.

Über die Erfolge kann kaum Zweifel bestehen. Der Anteil der 17-Jährigen mit College-Abschluss stieg stetig von 16,3 Prozent im Jahr 1920 auf 57,4 Prozent im Jahr 1950, wobei es nur während des Krieges einen kurzzeitigen Rückgang gab (Eintrag Education 1929-1941 in encyclopedia.com, abgerufen am 28.12.2024). Bis 1998 schlossen über 80 Prozent ab. Die Bildungsmöglichkeiten für Schwarze und Frauen verbesserten sich signifikant. Und dennoch äußerte Hannah Arendt in ihrem 1958 in Bremen gehaltenen Vortrag Die Krise in der Erziehung massive Kritik. Ihre Argumente sind wichtig, weil sie die Vorgeschichte für eine Entwicklung aufzeigen, die sich mit dem Internet, der Nutzung von Smartphones und den sozialen Medien nochmals radikal verschärft hat. Trotz hoher Abschlusszahlen ist das Bildungssystem der USA seit Jahrzehnten in eine neue Krise geraten. Eine Re-Industrialisierung ist zur Zeit kaum möglich, da erneut Arbeitskräfte mit der nötigen Fachausbildung fehlen.

Was kritisiert Hannah Arendt: Seit den 1930ern gibt es in den USA eine tendenziell anti-autoritäre Erziehung. Eltern und Lehrer entziehen sich den Kindern mehr und mehr als klassische Autoritäten, auf die sie sich stützen und an denen sie sich reiben können, und von denen sie in ihrem Weg in die Selbständigkeit und die Welt begleitet werden. Stattdessen werden sie einer künstlich erzeugten Kinderwelt ausgesetzt, sollen ihre Konflikte untereinander austragen und klären (Arendt, 262) "Man hat also die Kinder, als man sie von der Autorität der Erwachsenen emanzipierte, nicht befreit, sondern einer viel schrecklicheren und wirklich tyrannischen Autorität unterstellt, der Tyrannei durch die Majorität." (Arendt, 263)

Kinder werden nicht mehr schrittweise in die Welt der Erwachsenen und der Arbeit einbezogen. Das zerstört den klassischen Auftrag der Bildung (Arendt, 264). Die klare Trennung von Privat und Öffentlich geht verloren. Sie verlieren den Schutz durch Geborgenheit und Verborgenheit der Familie (Arendt, 267).

Hannah Arendt nimmt kein Blatt vor den Mund. Die Erwachsenen geben mit der Autorität die Verantwortung für die Welt auf. "Wer die Verantwortung für die Welt nicht mitübernehmen will, sollte keine Kinder zeugen und darf nicht mithelfen, Kinder zu erziehen." (Arendt, 270). Ihr Schlusswort:

"In der Erziehung entscheidet sich, ob wir die Welt genug lieben, um die Verantwortung für sie zu übernehmen und sie gleichzeitig vor dem Ruin zu retten, der ohne Erneuerung, ohne die Ankunft von Neuen und Jungen, unaufhaltsam wäre. Und in der Erziehung entscheidet sich auch, ob wir unsere Kinder genug lieben, um sie weder aus unserer Welt auszustoßen und sich selbst zu überlassen, noch ihnen ihre Chance, etwas Neues, von uns nicht Erwartetes zu unternehmen, aus der Hand zu schlagen, sondern sie für ihre Aufgabe der Erneuerung einer gemeinsamen Welt vorzubereiten." (Arendt, 276)

Es wird sich zeigen, wie sich diese Entwicklung seither von Generation zu Generation verschärft hat. In Deutschland wurde die Progressive Education in den 1960ern als Demokratische Bildungsreform nachgeholt und war ein wesentliches Anliegen der Studentenbewegung (Stichwort Bildungskatastrophe von Georg Picht 1964, vorsichtige Einführung von Gruppen- und Projektarbeit). Hannah Arendt war nach meiner Erinnerung in der Studentenbewegung der 1970er so gut wie unbekannt. Stattdessen dominierten Pädagogen wie Hartmut von Hentig, deren Verwicklung in die Missbräuche an der Odenwald-Schule erst nach 2000 bekannt wurde. Wer an der Schüler- und Studentenbewegung beteiligt war, muss rückblickend einen schmerzhaften Prozess der Selbstbesinnung durchmachen, wie es geschehen konnte, dass die an sich richtigen und wertvollen Ziele in ihr Gegenteil umschlugen und kritische Stimmen wie Hannah Arendt ignoriert wurden.

Die aktuelle ökonomische Entwicklung in den USA

Der New Deal hatte in den USA zu einigen Jahrzehnten großen Fortschritts geführt und in den drei Jahrzehnten ab 1945 die westliche Welt ergriffen und mitgezogen. Seit den 1970ern kam es zur Gegenbewegung, als das Angebot an Arbeitskräften radikal vergrößert und die Macht der Gewerkschaften gebrochen werden konnten. Peter Turchin beschreibt diese Entwicklung 2023 in End Times: Elites, Counter-Elites and the Path of Political Disintegration.

Neue Arbeitskräfte: Die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer, Frauen werden in die Lohnarbeit einbezogen, aus allen Ländern Zustrom von Immigranten in die wirtschaftlich führenden USA und deren Karrieremöglichkeiten und schließlich die Produktionsverlagerung ins Ausland, d.h. die Nutzung des Arbeitskräfteangebots der weniger entwickelten Länder, insbesondere China (Turchin, 79f).

Der 1930 geschlossene gesellschaftliche Konsens wurde aufgelöst. Mit dem Niedergang der weißen Arbeiterklasse (die Schwarzen waren von ihren Erfolgen weitgehend ausgeschlossen geblieben) kommt es zur Auflösung von Familie, Kirche, Gewerkschaften, Schulen und Nachbarschaftsvereinen (Turchin, 83). Was übrig blieb, wurde von Hillary Clinton als "basket of deporables" (Korb der Beklagenswerten) verachtet (Turchin, 87, mit Bezug auf die Rede am 9. September 2016, Originalton in CNN in YouTube).

Insbesondere kam es zu einem Überangebot an akademisch ausgebildeten Menschen, für die es nicht annähernd ausreichend Stellen in der Elite gab. Die Hochschulabschlüsse und Dissertationen haben sprunghaft zugenommen und führen zu erbitterter Konkurrenz um die wenigen Stellen und der Herausbildung einer Gegenelite von denen, denen der Aufstieg verwehrt blieb. Ein Beispiel: Innerhalb ursprünglich wohlhabender Gruppen wie den Anwälten und Ärzten polarisiert sich das Einkommen. Auf der einen Seite eine kleine Gruppe von Hochverdienern, auf der anderen Seite eine stets wachsende Gruppe von Anwälten, denen es sehr schlecht geht. Seit dem Jahr 2000 entstanden in der Gehaltsspanne der Anwälte zwei Peaks von Jahreseinkommen bei 40.000 $ einerseits und bei 125.000 $ andererseits, die sich in den weiteren Jahren ständig weiter voneinander entfernten (Turchin, 97f). Der Durchschnitt bleibt erhalten oder wächst sogar, was über das eigentliche Problem hinwegtäuscht.

Die üblicherweise herangezogenen Statistiken müssen verlassen werden, die bei Durchschnittszahlen stehen bleiben und mit ihnen ein falsches Bild erzeugen. Stattdessen stellt Turchin Fragen wie: Wie viele Menschen können sich ein eigenes Haus leisten? Wie viel müssen sie von ihrem Einkommen für Miete ausgeben und finanzieren damit die wenigen Reichen, die ihr Geld in Immobilien anlegen? Ab welchem Alter können Kinder großgezogen werden. Müssen die Mütter zur Arbeit gehen. Gerade bei den Immigranten polarisiert es sich zwischen den schlecht bezahlten Dienstleistern wie Putzfrauen, Nannys, Bringdiensten, Uber-Fahrern auf der einen Seiten und denen, die im Studium erfolgreiche Weiße kennen gelernt haben und sich mit ihnen verbinden auf der anderen Seite.

Aussagekräftiger als Statistiken zur Lohnquote u.ä. (von denen vieles nach der neuerlichen Wahl von Trump 2024 in den Medien berichtet wurde) sind die von Turchin zitierten Zahlen zu psychischen Krankheiten, die der Sache nach bereits überleiten zu den süchtig machenden Technologien der Sozialen Netze.

Case & Deaton 66

"Figure 5.2. Drug, alcohol, and suicide mortality in midlife, 1992-2017, blacks and whites, with and without a college degree. Authors' calculations using Centers for Disease Control and Prevention data, ages 45-54 (age- adjusted)" (Case, Deaton, 66)
BA steht für Batchelor of Arts, Vier-Jahres-Abschluss

Das hat mit der Opioidkrise zu tun. Opioide umfassen Opiate und synthetisch hergestellte Drogen mit vergleichbaren Eigenschaften. "Opioids are implicated in 70 percent of drug deaths." (Case, Deaton, 111). Einige von ihnen (MME100 und OxyContin) wurden 1968 und 1995 von der Food and Drug Administration (FDA) offiziell zugelassen (Case, Deaton, 112). Das näher zu untersuchen ist ein eigenes Thema. Case und Deaton betonen, dass ihre Einnahme in geringen Dosen nicht unmittelbar zum Tod führt oder süchtig macht, sondern erst, wenn der Wunsch nach regelmäßiger Einnahme zur Beruhigung und Schmerzminderung in stets größeren Dosen hinzukommt. Auffallend ist die ungleiche Verteilung der Todesfälle in verschiedenen Schichten. "Opioid deaths, like other deaths of despair, are not equal opportunity. Overdose deaths involving legal and illegal opioids are predominantly of Americans who do not have a bachelor's degree." (Case, Deaton, 114) Drogenmissbrauch begann im Vietnamkrieg (Case, Deaton, 123) und war bei den 68ern fast ein Statussymbol. Case und Deaton sehen daher nicht einfach die Pharmaindustrie und die verschreibenden Ärzte als die Schuldigen, sondern eine gesellschaftlich veränderte Einstellung gegenüber Drogen. "As religion faltered, opioids became the opium of the masses." (Case, Deaton, 120)

Die Geburtenrate (Fertilitätsrate) ist in den USA wie in allen anderen Ländern im Verlaufe der Industrialisierung und der zunehmenden Berufstätigkeit und Ausbildung der Frauen deutlich von 5-7 auf inzwischen meist unter 2 zurückgegangen, in den USA bereits in den Jahren 1955 bis 1975. Nach einem leichten Anstieg fällt sie in den USA seit 2006 erneut auf historische Tiefststände von ungefähr 1,6 (Eintrag Total fertility rate in Wikipedia, abgerufen am 21.1.2025). Mögliche Ursachen und Folgen sind sehr komplex und teilweise widersprüchlich. Sie werden von Case und Deaton in Kapitel 12 Widening Gaps at Home ausführlich diskutiert. Zum Beispiel ist die Geburtenrate bei besserer Bildung und höheren Einkommen in der Regel niedriger, doch beginnt sich dieser Zusammenhang umzukehren, da inzwischen auch ärmere Menschen erst spät heiraten und sich die Kosten für die Kindererziehung kaum mehr leisten können. Ein weiterer Trend kommt hinzu: Religiöse Familien sind kinderreicher, und mit der zunehmenden Konfessionslosigkeit fällt die Geburtenrate. Gerade auch in ärmeren Schichten nimmt die Bindung an die traditionellen Kirchen deutlich ab. Dieser Trend ist inzwischen in den USA angekommen, in denen das kirchliche Leben eine weit größere Bedeutung hat als in Europa.

Persuasive Technologies (Eyal, Fogg)

Soziale Netze sind darauf angelegt, ihre Anwender süchtig zu machen. Das ist seit den 2021 geleakten Facebook files öffentlich bekannt geworden und nachgewiesen. Wie gehen diese Technologien vor, und wann sind sie entstanden? Davon berichten B.J Fogg und Nir Eyal.

Nir Eyal (* 1980) ging bereits 1983 mit seinen Eltern von Israel in die USA, fand Arbeit bei führenden Institutionen wie der Boston Consulting Group und Harvard, frühe Erfahrungen in der professionellen Arbeit mit Facebook, 2014 Bestseller-Erfolg mit seinem Buch Wie Sie Produkte erschaffen, die süchtig machen, 2019 folgte Die Kunst sich nicht ablenken zu lassen.

Die entscheidende Idee ist, beim Kunden Gewohnheiten zu erzeugen, für die er fortlaufend für die Nutzung der Programme Geld ausgibt. Diese Marketing-Idee gab es sicher schon immer, aber mit den Smartphones und Sozialen Medien haben sich völlig neue Möglichkeiten ergeben.

Eyal stellt die Strategie in vier Phasen dar.

1 Auslöser (Trigger) Auslöser können nicht künstlich geschaffen, sondern müssen vom Marketing erkannt und genutzt werden. Äußere Auslöser sind Werbung, Inserate, Hinweise über Zeitungsartikel und besonders wichtig: Empfehlungen durch Freunde. Innere Auslöser sind beim potentiellen Kunden bereits vorhandene Wünsche und Vorlieben, oder auch negativ Situationen der Langeweile. Langeweile kann ein Moment sein, aus dem neuartige, kreative Ideen entstehen, aber auch umgekehrt die Bereitschaft, auf äußere Auslöser zu reagieren. Instagram ist eins der erfolgreichsten Beispiele (Eyal, 45).

2 Handlung Um eine Gewohnheit zu erzeugen, muss der Auslöser beim Kunden eine Handlung veranlassen, die im Weiteren stets wiederholt zur Gewohnheit werden kann. Hier wird B.J. Fogg genannt: "(1) der Anwender muss ausreichend motiviert sein; (2) der Anwender muss die Fähigkeit besitzen, die gewünschte Handlung zu vollenden; und (3) es muss ein Auslöser vorhanden sein, um die Handlung in Gang zu setzen." (Eyal, 49) Schon das Einloggen und die Vergabe von Passworten sind ein oft geschickt kompliziert gestaltetes Verfahren, das beim Anwender das Erfolgserlebnis weckt "Ich bin drin". Fotos erstellen und posten oder anderen auf dem Smartphone zeigen, Inhalte (Content) betrachten, sind weitere einfache Handlungen, die den Einstieg bilden.

3 Variable Belohnung Die Handlung für sich ist zu wenig. "Die Handlung ist die einfachste Verhaltensform in Erwartung einer Belohnung." (Eyal, 72) Das gilt es zu erfüllen und die Belohnung so zu gestalten, dass aus den Handlungen eine Gewohnheit wird. Eyal unterscheidet Belohnungen des Stammes, der Jagd und des Selbst (Eyal, 78), wobei es in allen drei Bereichen variable Belohnungen gibt. Der Stamm belohnt mit Aufnahme und Bestätigung in einer Gruppe. Mit Jagd ist gemeint, dass jemand mit kreativen Ideen, Geschick und Ausdauer lange nach etwas sucht, an der Sache dran bleibt und in dieser Zeit auf vieles andere verzichtet, bis es erreicht ist. Nachdem die Jagd so viel Aufwand und Engagement gefordert hat, wird ihr Erfolg als hoch bewertet. Das nimmt bereits den Grundgedanken der Investition vorweg. Im Ergebnis wird das Selbst belohnt, das sich mit diesen Erfolgen bestätigt sieht.

Werden erfolgreiche Belohnungssysteme gesucht und eingesetzt, müssen sie alle drei Aspekte und bei jedem von ihnen die Variabilität (Unerwartetheit) berücksichtigen. Eine bloße Gratifikation genügt nicht (Eyal, 93). Sie muss beim Kunden zugleich das Gefühl unterstützen, dass er sich weiter autonom und als Herr des Geschehens sieht. Beispiel: Wer abnehmen will, dem wird empfohlen, die Gewohnheit des Kalorienzählens zu entwickeln. Doch das hat auf Dauer die wenigsten überzeugt und ist daher nicht erfolgreich (Eyal, 96). Ähnlich ist es bei anderen Themen der Gesundheit und des Lebensstil. Ein weit höhere Akzeptanz haben die Fitnesscenter erreicht, die ebenfalls zunehmend mit elektronisch unterstützten Anwendungen arbeiten (Ausdauergeräte: Ergometer, Rudergeräte, Laufbänder, Crosstrainer etc), im privaten Umfeld Smartphone-Anwendungen wie Schrittzähler u.ä.

Ein ungewöhnlich erfolgreiches Beispiel ist dagegen das ständige Checken von E-Mails (und später von anderen Einträgen in Sozialen Medien): Warum kommt es zur viel zu häufig ausgeführten Gewohnheit, ständig den E-Mail-Eingang zu checken?

"E-Mails beispielsweise nutzen alle drei variablen Belohnungsarten. Was treibt uns unterbewusst dazu, unseren Posteingang zu kontrollieren?
(1) Erstens ist es die Ungewissheit, wer uns eine Nachricht geschickt haben könnte. Wir haben eine soziale Verpflichtung, E-Mails zu beantworten, und den Wunsch, als umgänglich betrachtet zu werden (Belohnungen des Stammes).
(2) Vielleicht sind wir auch neugierig darauf, welche Informationen in der E-Mail enthalten sind. Möglicherweise erwartet uns etwas Berufliches oder Geschäftliches? Das Prüfen von E-Mails informiert uns über Gelegenheiten oder Bedrohungen für unseren materiellen Besitz und unsere Lebensgrundlage (Belohnungen der Jagd).
(3) Schließlich ist die E-Mail selbst eine Aufgabe - sie verlangt von uns, zu sortieren, zu kategorisieren und zu handeln, um ungelesene Nachrichten zu eliminieren. Uns motiviert die ungewisse Beschaffenheit unserer wechselnden Zahl von E-Mails, und wir verspüren den Wunsch, Kontrolle über unseren Posteingang zu erlangen (Belohnungen des Selbst)." (Eyal, 101f)

Der Wunsch nach Kontrolle ist wichtig. Wenn anderes außer Kontrolle gerät oder unkontrollierbar erscheint, ist es erfreulich, wenigstens hier bestimmen zu können. Es kann noch allgemeiner gesagt werden: Die Kunden haben das Gefühl, an einer großen Sache beteiligt zu sein und diese mit gestalten und darüber Macht auf sie ausüben zu können. Das scheint das Erfolgskonzept von Twitter und heute X sowie seit 2 Jahren der Chatbots (von ChatGPT über Perplixity und Grok bis zu Deepseek) zu sein und nicht weniger bei Modeströmungen wie Instagram und Tiktok.

4 Investition Im entscheidenden vierten Schritt beginnt der Kunde, in das Produkt zu investieren. Hat er einmal investiert, hat er die Neigung, die Investition fortzuführen und nicht verfallen zu lassen. Es kommt der Stolz auf die eigene Leistung hinzu.

Das ist das Erfolgskonzept von Ikea (Eyal, 106). Wer die Möbel selbst aufgebaut hat, kann mit ihnen seine eigene Leistung präsentieren, selbst wenn sie in der Qualität anderen Möbeln nachstehen. Das Do it yourself (DIY) entstand wie die Progressive Education in den 1920ern, in Europa in den 1960ern und 1970ern. Sie wurde ein bedeutender Wirtschaftszweig und propagiert ein Lebensgefühl der Autonomie mit Übergängen in subkulturelle Kulturen.

Diese Ideen gehen auf B.J. Fogg (* 1963) zurück, Direktor des Stanford Behavior Design Lab, ursprünglich Missionar der Mormonen.

Haidt schreibt zu Fogg: "Fogg hielt auch Vorlesungen mit dem Titel Persuasive Technik, in denen er Studenten beibrachte, wie man mit behavioristischen Methoden Tiere abrichten und dies auf Menschen übertragen kann. Viele seiner Studenten gründeten später Social-Media-Unternehmen oder arbeiteten bei ihnen, darunter auch Mike Krieger, ein Mitbegründer von Instagram." (Haidt, 228)

Mike Krieger (* 1986 in Sao Paulo) und Kevin Systrom (* 1983 in USA) gründeten 2010 Instagram, verkauften es 2012 (als Instagram 12 Mitarbeiter hatte) an Facebook. Sie arbeiteten mit Opensource und verließen 2018 Facebook. Ihr Erfolgskonzept waren die neuartigen Bild- und Videobearbeitungen mit Instagram Filtern (Instagram Effekt), insbesondere die Beautyfilter, mit denen sich die meist weiblichen Anwenderinnen nicht nur aufhübschen, sondern entsprechend der jeweils aktuellen Mode verfremden und Aufmerksamkeit erregen können.

Eyal nennt Fogg häufig als sein Vorbild. "Fogg stellt die These auf, dass alle Menschen motiviert sind, nach Vergnügen zu streben und Schmerzen zu vermeiden, nach Hoffnung zu streben und Angst zu vermeiden und schließlich nach sozialer Akzeptanz zu streben und Zurückweisung zu vermeiden." (Eyal, 50) Eyal bedankt sich bei Fogg für dessen Zusammenarbeit (Eyal, 161). Insbesondere hebt Eyal bei Fogg die "Faktoren [hervor], die den Schwierigkeitsgrad einer Aufgabe beeinflussen":

"– Zeit wie lange es dauert, um eine Handlung auszuüben;
– Geld - die mit einer Handlung verbundenen Kosten;
– physische Anstrengung - der Grad an Arbeit, der mit der Handlung einhergeht;
– Denkzyklen - der Grad an geistiger Anstrengung und Konzentration, der für die Handlung notwendig ist;
– soziale Devianz - wie stark das Verhalten von anderen akzeptiert wird;
– Nichtroutine - nach Fogg 'wie stark die Handlung zu bestehenden Routineabläufen passt oder diese stört'." (Eyal, 55)

Persuasive Technologies (Überzeugende / überredende Technologien) sieht sich in der Tradition der Rhetorik. Jemand soll von etwas überzeugt werden. Heute ergeben sich völlig neue Möglichkeiten. Im Mittelpunkt wird stehen, jemanden von der Entwicklung neuer Gewohnheiten zu überzeugen, und dies nicht einfach mit den klassischen Argumenten, sondern all den neuen Trackern und Gadgets, die mit den Computern möglich geworden sind (Fogg, 25).

Fogg 15

"Captology describes the area where computing technology and persuasion overlap." (Fogg, 5)

Im Mittelpunkt steht die Interaktivität mit dem Medium Computer (Fogg, 7). Es ist nicht einfach ein Diktieren und Annehmen, und auch nicht einfach ein klassisches Feedback, sondern die Interaktivität erfolgt durch selbstüberwachte Tracker, Kommentare und deren Bewertungen, Mitarbeit an einem gemeinsam interaktiv erstellten Projekt.

Daher unterscheidet Fogg persuasive Tools, persuasive Actors und insgesamt ein persuasive Medium (Fogg, 25). Er geht jedoch nicht auf Vorgänger der Medientheorie wie McLuhan ein, obwohl sein Konzept als eine neue Wende der Medien-Technologien gesehen werden kann.

Fogg 35

The Functional Triad "Computing technologies persuade in different ways, depending on their functional roles." (Fogg, 25)

Diese Zeichnung zeigt die Botschaft von Fogg. Menschen werden einbezogen, indem sie selbst aktiv werden. Diese Aktivität ist wesentlich durch Computer gesteuert und überwacht. Idealerweise kommt es zur win-win-Situation: Die Kunden verbessern ihre Gesundheit und ihren Lebensstil, die Anbieter machen Umsatz und verbessern entsprechend der von ihnen ausgewerteten Nutzung durch die Kunden fortlaufend ihre Produkte.

Die Phantasie von Fogg ist unerschöpflich, und er nennt zahlreiche Beispiele. Mit virtuellen Gesichtsmasken können Anwender simulieren und erleben, wie sich Krankheiten anfühlen (Fogg, 76). Mütter können in virtuellen Umgebungen lernen, ein Kind zu wickeln (Fogg, 79). Es kann simuliert werden, wie es sich anfühlt, betrunken Auto zu fahren (Fogg, 80). Überraschenderweise fehlt in seinem Buch das Thema Cybersex und bleibt der Phantasie des Lesers überlassen.

Generation Angst (Jonathan Haidt)

Seit spätestens 2010 sind die dramatischen Folgen für die junge Generation unübersehbar. Die vorangegangene Generation der Millenials (Jahrgänge 1981 bis 2005) versteht die nachfolgende Generation nicht mehr, inzwischen als Generation Alpha bezeichnet. Jonathan Haidt (* 1961), Professor für Psychologie in New York, nennt sie wesentlich aussagekräftiger Generation Angst. Während die Millenials nächtelang eigene Programme schrieben und die neuen Techniken austricksen und für sich nutzen wollten (Hacker, Nerds), konsumieren sie nur noch Social Media und nutzen am Smartphone Spracheingabe statt Texteingabe. Ich hatte erstmals über Lanz und Precht (Podcast Generation Z: Grund genug für eine Revolution? vom 18.10.2024) davon erfahren (die beide einräumen, dass es nicht einmal ihnen als erfolgreichen Personen des öffentlichen Lebens möglich ist, ihre eigenen Kinder davor zu schützen, weil der soziale Druck auf ihre Kinder zum Mitmachen zu groß ist).

Mit der Verbreitung der Smartphones kommt es unter den Jugendlichen seit 2010 zu einer sprunghaften Erkrankung an Angststörungen, Schlaflosigkeit, Zweifel am Lebenssinn. Sie lernen nicht mehr die konkrete Wirklichkeit, führen weit weniger persönliche Gespräche mit Gleichaltrigen, verlieren sich vollständig in den virtuellen Welten. Wie ist deren Erfolg zu erklären? Haidt geht nach Auswertung der Facebook-Files von einer bewussten Absicht aus: Facebook nutzt Erkenntnisse des Behaviorismus und insbesondere von B.F. Skinner (1904-1990), indem es die Anwender mit einer Mischung von Interaktion und kleinen, aber nur unregelmäßig angebotenen Belohnungen (wie Likes und sonstigen automatisch erzeugten positiven Rückmeldungen) süchtig macht. Skinner hatte in seinen Arbeiten seit 1938 aufbauend auf Studien von Pawlow und anderen das Paradigma Instrumentelle und Operante Konditionierung entwickelt.

Das Buch Generation Angst wurde sowohl in den USA wie in Deutschland ein Bestseller. Dennoch ist es recht umstritten. Ist es zu objektivistisch geschrieben, mit zu wenig Gesprächen mit den Betroffenen, und reduziert es das Thema Angst auf die Nutzung von Smartphones? Gibt es nicht auch andere Ursache der Angst wie die Klimaveränderung, Kriegsgefahr, Pandemien, Sorge um die berufliche Zukunft? Beschränkt er sich beim Datenmaterial auf Daten seit 2001 und übersieht die Vorgeschichte?

Beim Lesen hatte ich nicht diesen Eindruck. Er beginnt mit wahrhaft bedrückenden Statistiken, nicht nur die Zunahme der Depressionen seit 2004 (Haidt, 44) und die psychischen Erkrankungen von Studierenden seit 2008 (Haidt, 47) besonders in der jüngeren Generation (Haidt, 49), sondern auch die Entwicklung der Suizidrate seit 1982 (Haidt, 58), die Verbreitung der Medien seit 1925 vom Radio bis zum Smartphone (Haidt, 61).

Seine These: Die spielbasierte Kindheit hat sich in eine smartphonebasierte Kindheit verändert. Seit 1991 nehmen die Treffen von Teenagern mit Gleichaltrigen radikal ab (Haidt, 95). Entdeckungsfreude auf eigene Faust lässt nach, der Konformitätsdruck nimmt zu. Auf Spielplätzen gibt es einen Wandel von gefährlichen zu überbehüteten Geräten (Haidt, 136-139). Mütter verbringen seit 1995 deutlich mehr Zeit mit ihren Kindern (Haidt, 146). Die Kindheit wird verlängert. Kinder bleiben länger kindlich und übernehmen und probieren weit weniger erwachsenentypische Tätigkeiten als früher.

Haidt 185

"Der prozentuale Anteil von älteren amerikanischen Highschoolschülerinnen und -schülern, die mindestens eine der aufgeführten erwachsenentypischen Aktivitäten [Alkoholkonsum, bezahlte Arbeit, Führerschein, Geschlechtsverkehr] ausgeübt haben, nimmt seit den 1990er- und den frühen 2000er-Jahren" ab (Haidt, 185).

Immer mehr Teenager kommen nur zu weniger als 7 Stunden Schlaf (Haidt, 216).

Die neuen Medien schaden besonders den Mädchen. Sie nutzen soziale Medien stärker (Haidt, 263). Haidt nennt vier Gründe:

(1) "Mädchen sind stärker von visuellen sozialen Vergleichen und Perfektionismus betroffen." (Haidt, 266) Mit einfachen Schönheitsfiltern können Fotos auf sozialen Medien aufgehübscht werden. Im Ergebnis ist jeder immer weniger mit sich selbst zufrieden.

Haidt 271

"Absturz der Soziometerwerte im Jahr 2012. Prozentualer Anteil von amerikanischen Schülerinnen und Schülern (8., 10. und 12. Klasse), die angaben, mit sich selbst zufrieden zu sein. (Quelle: Monitoring the Future.)" (Haidt, 271)

(2) "Die Aggression von Mädchen ist stärker beziehungsorientiert." (Haidt, 275)

"Da für Mädchen Communion-Motive im Vordergrund stehen, kann ein Mädchen ein anderes besonders dadurch verletzen, dass es dessen Beziehungen untergräbt: Man verbreitet Gerüchte, sorgt dafür, dass sich die Freundinnen von ihm abwenden und unterminiert seinen Wert als Freundin gegenüber anderen Mädchen. Wenn man sich die sogenannte indirekte Aggression anschaut (eine gezielte Schädigung der sozialen Beziehungen anderer Menschen oder ihres Rufs), kommen Mädchen auf höhere Werte als Jungen - aber nur in der späten Kindheit und Adoleszenz. [307] Ein Mädchen, das spürt, dass sein Wert sinkt, ist ein Mädchen, das unter zunehmenden Ängsten leidet." (Haidt, 276)

(3) "Mädchen teilen Gefühle und Störungen leichter miteinander." (Haidt, 279)
(4) "Mädchen sind häufiger Nachstellungen und sexueller Belästigung ausgesetzt." (Haidt, 289)

Dagegen nehmen persönliche Beziehungen ab.

Haidt 294

"Prozentualer Anteil von älteren amerikanischen Highschoolschülerinnen und -schülern, die der Aussage zustimmten: 'Ich habe gewöhnlich ein paar Freunde um mich, mit denen ich mich treffen kann.' Die Raten fielen vor 2012 langsam, anschließend rascher. (Quelle: Monitoring the Future.) [343]" (Haidt, 294)

Bei Jungen ist es dagegen das Gefühl, in ihrer Männlichkeit nicht mehr akzeptiert zu werden (toxische Männlichkeit) und kein erfolgreiches Leben führen zu können (Haidt, 306). Sie verlieren sich in virtuelle Welten, schauen zu viel Pornographie (Haidt, 331), wenden sich mit Videospielen von der Welt ab (Haidt, 334).

Insgesamt sieht Haidt einen "Verlust an Spiritualität" (Kapitel-Überschrift, Haidt, 384).

Das Schulbarometer der Robert Bosch Stiftung bestätigt das von einer anderen Seite. Ungefähr ein Viertel der Schüler fühlen sich psychisch krank und unwohl in der Schule. Sie bekommen und finden nicht ausreichend Hilfe. Das konzentriert sich in ärmeren Schichten. Erschwerend kommen die Schulschließungen in den Corona-Jahren hinzu, die besonders bei den Ärmeren deutliche Lücken in der Ausbildung gerissen haben, so dass sie sich jetzt unter höherem Leistungsdruck sehen.

Lehrer werden als freundlich empfunden, aber sie kommen nicht auf die Themen, die die Schüler wirklich bewegen. Wahrscheinlich sind sie ihrerseits beruflich überlastet und von den Themen überfordert. Lehrer haben nicht ausreichend Zeit oder Gelegenheit, Schülern positive Rückmeldungen geben zu können.

Das Klima in den Schulklassen wird negativ bewertet (Einschätzung des Klassenklima (Schulbarometer, 45f).

"Mehr als die Hälfte der befragten Kinder und Jugendlichen berichtet von einem tendenziell negativen Klassenklima, in dem Kinder (eher) ausgelacht (57 %) oder geärgert werden (59 %). Gleichzeitig geben über zwei Drittel der befragten Schüler:innen an, dass sich in der Klasse gegenseitig geholfen wird (71 %). Auch stimmen sie eher zu, dass sie einander zuhören (57 %) und dass sie alle gut zusammenhalten (63 %). Allerdings sagen die Schüler:innen auch, dass sich in der Klasse über andere lustig gemacht wird (59 %)." (Schulbarometer, 46)

Inklusion:

"Aufgeschlüsselt nach Schulformen wird deutlich, dass die Zustimmung zu einer inklusiven Beschulung aller Kinder und Jugendlichen signifikant an Gesamtschulen (57 %) am höchsten und umgekehrt an Gymnasien am geringsten (32 %) ist. Fast zwei Drittel der Schüler:innen (62 %), die einen sonderpädagogischen Förderbedarf haben, würden ein gemeinsames Lernen am stärksten bevorzugen. Auch eine Mehrheit der Kinder und Jugendlichen, die als psychisch auffällig eingestuft werden, befürworten (eher) eine sogenannte Schule für alle (57 %). Eine ähnliche Verteilung zeigt sich auch bei Schüler:innen, deren Lebensqualität als gering (54 %; hohe Lebensqualität: 35 %) oder deren schulisches Wohlbefinden als gering (53 %; hohes schulisches Wohlbefinden: 38 %) eingeschätzt werden." (Schulbarometer, 56)

Der Bericht geht jedoch nicht darauf ein, dass der Gedanke der Inklusion positiv ist, aber die hierfür erforderlichen Ressourcen verweigert wurden, so dass eine richtige Zielsetzung in der Umsetzung das Gegenteil bewirkt hat.

Empfehlungen:

"1. Schulisches Wohlbefinden steigern: Konstruktives Feedback im Unterricht implementieren" (Schulbarometer, 83)
"2. Schule im Sozialraum denken: Versorgungsstrukturen inner- und außerhalb der Schule ausbauen." (Schulbarometer, 84)
"3. Positives Klassenklima aufbauen: Beziehungsqualität und Gesprächsklima stärken." (Schulbarometer, 85)

Literatur

Hannah Arendt: Die Krise in der Erziehung
in: Hannah Arendt: Zwischen Vergangenheit und Zukunft, Übungen im politischen Denken 1, München 1994 [1969/70], 255-276

Anna Case und Angus Deaton: Deaths of Despair and the Future of Capitalism, Princeton und Oxford 2021

Nir Eyal: Wie Sie Produkte erschaffen, die süchtig machen, München 2014

B.J. Fogg: Persuasive Technology: Using Computers to Change What We Think and Do, San Francisco 2003

Jonathan Haidt: Generation Angst, Hamburg 2024

Erik Hoel: What the heck happened in 2012?, in theintrinsicperspective vom 16.8.2023

Niklas Ihssen: How our bodies react when we use social media – and when we stop, in: theconservation vom 4.3.2025

Robert Bosch Stiftung: Deutsches Schulbarometer 2024, Befragung Schüler:innen, Stuttgart 2024; Link

Noah Smith: How social media divided and broke America, in: Asia Times vom 14.6.2025

Peter Turchin: End Times: Elites, Counter-Elites and the Path of Political Disintegration, New York 2023

Michael Wadsley, Niklas Ihssen: The psychophysiology of Instagram – Brief bouts of Instagram use elicit appetitive arousal and attentional immersion followed by aversive arousal when use is stopped, in: sciencedirect Volume 166, May 2025, 108597

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