Walter Tydecks

Die Neue Seidenstraße

Seidenstraße
Urheber: De Aliochka - Trabajo propio, CC BY-SA 4.0, Enlace

Beitrag für den Themenkreis Naturwissenschaft und Technik von 50plus aktiv an der Bergstraße am 22.2.2017 in Bensheim

 

Einleitung

Das Projekt Seidenstraße gilt als der dritte historische Anlauf Chinas, eine Weltordnung gemäß seinen Werte-Vorstellungen zu gestalten. Die erste historische Seidenstraße geht auf die Zeit vor Christus in der Han-Dynastie (206 v. Chr. bis 220 n. Chr.) zurück. Sie hat Vorläufer bis zur Wanderung der Ur-Europäer aus dem Nahen Osten und Zentralasien nach Europa vor mehr als 10.000 Jahren v. Chr. und erreichte ihre größte Blüte in der Pax Mongolica um 1300. Als China im 15. Jahrhundert in der Lage war, große Handelsschiffe zu bauen (die sagenumwobenen Schatzschiffe), dominierte es für kurze Zeit den Seehandel über den Indischen Ozean in den Westen, zog sich aber bald zurück und wurde von den aufstrebenden westeuropäischen Seefahrernationen abgelöst (siehe Seewald Schon einmal schickte China riesige Flotten in See in der Welt vom 29.11.2013). Die Neue Seidenstraße ist von Anfang an mehrgleisig zu Lande, zur See und zur Luft angelegt und soll die historischen Lehren sowohl Chinas wie der europäischen weltweiten Handelszüge berücksichtigen.

Das Projekt Neue Seidenstraße entstand mit dem Niedergang des früheren Sowjetreichs und den aktuellen Schwierigkeiten der USA sowie dem Unvermögen Europas, sich auf eine eigene Strategie einigen zu können. Organisatorischer Vorläufer ist die 1996 nach dem Zerfall der Sowjetunion gegründete "Shanghai-Five-Gruppe" (China, Russland, Kirgistan, Kasachstan, Tadschikistan), die 2001 zur Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) erweitert wurde. Seit 2015 sind Indien und Pakistan im Beitrittsprozess, und eine Ausweitung auf Länder wie die Mongolei, Iran, Afghanistan, Türkei und auch Ägypten und Syrien ist im Gespräch. Das Projekt Seidenstraße wurde erstmals im September 2013 bei einem Besuch des chinesischen Ministerpräsidenten Xi Jinping (* 1953, Chemieingenieur, Rechtsanwalt, seit 2013 chinesischer Staatspräsident) in Astana (Kasachstan) öffentlich bekannt gegeben.

Es gibt alternative Projekte des Westens, die sich jedoch nicht durchsetzen konnten. Die EU plante 1993 einen Transport Corridor Europe-Caucasus-Asia TRACECA mit einem Volumen von ca. 100 Mio. $, mit dem es über die Türkei und den Iran Russland umgehen und eine direkte Verbindung zu den selbständig gewordenen ehemaligen Sowjetstaaten wie die Ukraine, Kasachstan bis zur chinesischen Grenze errichten wollte. Das scheint inzwischen weitgehend aufgegeben worden zu sein. Stattdessen laufen europäische Infrastruktur-Projekte unter dem Dach TEN-T (Transeuropäische Netze). – Die USA begründen ihre Vorherrschaft auf ihrer militärischen Hoheit über alle Ozeane. Gal Luft, Co-Direktor des in Washington ansässigen Institute for the Analysis of Global Security, fasst in einer im November 2016 veröffentlichten Studie die amerikanische Strategie zusammen: (1) Eine Öl-Pipeline und weitere Infrastruktur vom Kaspischen Meer und dann vom Süden nach Europa, um Europas Abhängigkeit von russischen Gas-Lieferungen zu mindern. (2) Eine Verbindung von Turkmenistan, Afghanistan, Pakistan und Indien, alternativ über Iran, um sowohl Russland wie China zu isolieren. (3) Ein Korridor zwischen Indien, Nepal, Bangla Desh, Myanmar (Burma), Thailand, um eine Ausbreitung chinesischen Einflusses nach Süden abzublocken. (Luft, S. 46) Um Projekte dieser Art vorzubereiten, initiierte der US-Präsident Obama direkt nach seiner Wahl 2009 die Transpazifische Partnerschaft (TPP), von der China von Anfang an ausgeschlossen war.

2014 gelang China ein erster großer Erfolg. Die USA konnten nicht die Errichtung der von China ins Leben gerufenen Asiatischen Infrastrukturinvestmentbank AIIB verhindern (siehe hierzu z.B. Ankenbrand Amerika verliert Machtkampf mit China in der FAZ vom 17.3.2015). Überraschenderweise schloss sich aus Westeuropa als erstes Land Großbritannien dem Gründungskonsortium der Bank an, bevor Deutschland und andere Länder folgten, womit die US-Blockade der Bank auf breiter Linie durchbrochen war. Das ist für mich der Beginn der weiteren Entwicklungen, die zum Brexit führten (wichtige Teile des britischen Establishments sehen offenbar in China wie auch in Indien und anderen südlichen Ländern mehr Entwicklungschancen für ihr Land als in einem von Deutschland dominierten Europa) und möglicherweise zum Ende der historischen EU, sofern es Deutschland nicht gelingt, in der EU das Ruder herumzuwerfen. Für Gal Luft ist das schlicht ein »fiasco« der amerikanischen Politik. Obama und die ihn unterstützenden Kräfte scheinen nicht in der Lage gewesen zu sein, auf die veränderte Situation überzeugend zu reagieren.

»Die Einrichtung der Asiatischen Infrastrukturinvestmentbank (AIIB), die als finanzielle Grundlage der Seidenstraßen-Initiative dient, war der erste Testlauf. Trotz des offenen Widerstands der USA und des bescheidenen Starts im Oktober 2014 mit nur 22 Nationen erhöhte sich die Zahl der Mitglieder bis Juni 2015 auf 57 Gründungsmitglieder und schließt heute sowohl die Hälfte der EU-Staaten als auch Südkorea ein. Dieser überraschende Erfolg der AIIB dürfte ein Weckruf für diejenigen gewesen sein, die die Initiative zuvor weitgehend ignoriert haben. [...]
Angesichts der Überproduktion der chinesischen Industrie, der unwirtschaftlichen Staatsunternehmen, eines leistungsschwachen Finanzsystems, der Immobilienblase, hoher Grundstückspreise und des immer größer werdenden umweltpolitischen Drucks muss China dringend neue Motoren für seine Wirtschaft finden.« (Schneider u.a., S. 79)
»Medienberichten zufolge sollen ab 2016 fünf Jahre der strategischen Planung einen reibungslosen Start der Implementierung des Megaprojekts ab 2021 garantieren. Bis 2049 könnten dann alle zentralen Teilprojekte der Seidenstraße abgeschlossen sein.« (Breßel, S. 4)

Die direkten Vorteile für China liegen auf der Hand und werden in allen Beiträgen genannt: Nutzung von Überkapazitäten wie Eisen, Zement, Aluminium, Glas, Kohle, Schiffbau oder Solarpanels, Abbau des innerchinesischen Gefälles von der ostchinesischen Küstenregion zu den innerasiatischen Westprovinzen, Öffnung zur islamischen Welt als Antwort auf die Bedrohung durch islamischen Terrorismus auch in der uigurischen Provinz Xinjiang nördlich von Tibet, Beschaffung dringend benötigter Rohstoffe und Verkauf von Industrieprodukten, wirtschaftliche Zusammenarbeit beim Aufbau der digitalisierten Ökonomie (Industrie 4.0).

Aber auch Europa könnte profitieren. Chinas Projekt könnte sich ergänzen mit europäischen Projekten, die derzeit bestehende Investitionskrise zu überwinden (private Investoren sind kaum bereit, in Industrieprojekte zu investieren, da spekulative, von den Banken angebotene Geldanlagen profitabler erscheinen, und die Staaten haben dem Schuldenabbau höhere Priorität gegeben) sowie innerhalb von Europa das Gefälle von Westen nach Osten und von Norden nach Süden abzubauen (siehe hierzu den Beitrag von Schüller und Schüler-Zhou).

Das Projekt geht jedoch weit über den Aufbau von wirtschaftlicher Infrastruktur hinaus. So wurde zum Beispiel 2015 die University Alliance of the Silk Road gegründet mit derzeit ungefähr 100 beteiligten Universitäten. Deutschland ist mit der Technischen Universität Berlin vertreten. Nach dem Vorbild der historischen Seidenstraße, von der der venezianische Händler Marco Polo (1254-1324) berichtet, soll es zum Austausch und gegenseitiger Befruchtung unterschiedlicher Kulturen, Religionen und Ökonomien kommen mit einer Vielzahl von Städtepartnerschaften bis hin zum Massentourismus. Historisch hatte Europa auf diesem Weg erstmals Kunde von den östlichen Kulturen erhalten, was zu einer Relativierung des Monotheismus und der überlieferten Geschichtsmodelle und der Entstehung der Aufklärung beitrugen, und umgekehrt seine Ideen und religiösen Überzeugungen des Christentums und der Philosophie nach China getragen.

Es wäre falsch, dies Projekt auf Eurasien beschränkt zu sehen. Eine wesentliche Komponente ist der Handel von China mit Afrika. Er war 2013 mit 200 Mrd. $ bereits doppelt so groß wie der Handel von US mit Afrika. Chinesische Elektronikgüter und Textilien gehen nach Afrika, dafür werden Rohstoffe eingekauft (US News vom 24.3.2015). Umgekehrt hoffen die USA, dass für China darüber Südamerika an Priorität verliert und sie auf dem "heimischen" Kontinent Boden zurückgewinnen können, den sie in der Zeit der Kriegsabenteuer unter Präsident Bush verloren haben. (Das könnte täuschen, siehe Nele Noesselt und Detlef Nolte Trotz wirtschaftlicher Flaute: China zeigt Flagge in Lateinamerika, GIGA-focus von Oktober 2015.)

Mit dem Projekt sind umfassende Fragen angesprochen:

– Während sich im Westen nach 1945 in der Wirtschaftspolitik die Geld- und Finanzpolitik durchgesetzt und zu einer Vormacht der Finanzunternehmen geführt haben, erlebt mit einem Projekt wie der Neuen Seidenstraße nicht nur die keynesianistische Tradition eine Renaissance, sondern auch ein an Naturwissenschaft und Technik bis hin zur Landwirtschaft orientiertes Handeln. Plakativ gesagt: Die Ingenieure könnten gegenüber Kaufleuten und Bankern wieder an Einfluss gewinnen.

– An die Stelle eines Kampfes um Macht und Einflusszonen soll wirtschaftliche Zusammenarbeit treten. Ist eine Absage des Kriegs-Paradigma, das seit der Antike die Geschichte des Nahen Osten, Europas und von ihnen bestimmt der Welt dominiert (der Krieg als Vater aller Dinge beim griechischen Philosophen Heraklit und der kriegerische Gott des hebräischen Volkes, das seine Ziele gegen seine Nachbarn durchsetzte, bis es seinerseits unterjocht und zerstreut wurde)? Heute kann sich im Westen niemand vorstellen, dass es auch anders gehen könnte. China wird vorgehalten, dass dies entweder eine naive Utopie oder nur ein Vorwand ist, die eigene Dominanz durchzusetzen.

– Westliche Handelspolitik beruht auf vertraglichen Vereinbarungen für den Austausch von Währungen (Wechselkursen), Zöllen, unterschiedlichen Handelsbeschränkungen und Zutrittsrechten. Sie ist staatlich geregelt und institutionell abgesichert. Das Projekt Neue Seidenstraße ist demgegenüber keine eigene Organisation, sondern eine Vision und eine Art Mythos, die ökonomisches Handeln beflügeln soll. Ist das möglich? Kann eine Politik erfolgreich sein, die nicht auf einem klaren Plan und dessen Umsetzung beruht, sondern auf das Mitwirken aller Beteiligten und ihrer eigenen Zielsetzungen vertraut, die weiter gehen als die Unsichtbare Hand des Marktes? Siehe hierzu die Diskussionen über ein unterschiedliches Verständnis der Wirksamkeit (François Jullien Über die Wirksamkeit).

– Aufgrund seiner Vorherrschaft auf allen Weltmeeren favorisiert Amerika Handelsrouten über das Meer. Das hat zu einer weltweiten Dominanz von Hafenstädten geführt und die Gebiete, die weit vom Meer entfernt sind, in eine abhängige Rolle gedrängt und von der zivilisatorischen Entwicklung abgehängt. Das hat naturgemäß Europa mit seinen vielen Küsten an der Ostsee, Nordsee, dem Atlantik und dem Mittelmeer sowie die amerikanischen Regionen an der Ost- und Westküste in Vorteil gebracht. Das Binnenland blieb zurück. Offenbar hat es China als strategischen Vorteil gegenüber den USA erkannt, nicht durch Ozeane von seinen Nachbarn getrennt, sondern mit ihnen in einer zusammenhängenden Landmasse verbunden zu sein.

– Speziell in Europa profitiert China davon, dass es Europa nicht gelungen ist, übergreifende Infrastruktur-Projekte zu entwickeln, mit denen die Länder in Ost- und Südeuropa an die gesellschaftliche Entwicklung herangeführt werden. Diese Länder drohen entweder zu veröden oder sind in die Rolle von Anlageobjekten für überschüssiges Kapital gedrängt worden (siehe z.B. die Immobilien-Blase in Spanien). Auch in den fortgeschrittenen Ländern Europas wie Frankreich, Deutschland oder Österreich entwickelt sich zunehmend eine Kluft zwischen Stadt und Land (was sich in den Wahlergebnissen zeigt, bei denen besonders auf dem Land Rechtspopulisten Mehrheiten einfahren.) China fördert den Ausbau des Hafens von Piräus in Griechenland und hat 2012 eine Initiative 16 + 1 gestartet mit ost- und südosteuropäischen Ländern innerhalb und außerhalb der EU (siehe eine Stellungnahme des lettischen Außenhandelsministeriums).

– Ist die Ablösung vom Öl eine der wichtigsten Voraussetzungen für das Gelingen? Derzeit ist der Nahe Osten durch seinen Reichtum an Öl politisch und militärisch zerrissen und kann nicht in ein solches Projekt eingebunden werden. (Nachtrag: Aktuelle Entwicklungen zeigen, dass China nach einer Lösung sucht. Saudi-Arabien und China schlossen im März 2017 ein Abkommen mit einem Volumen von 65 Mrd. $, siehe beispielsweise den Bericht im Handelsblatt vom 17.3.2017. China kommt zugute, dass Saudi-Arabien aufgrund des stark gefallenen Ölpreises gezwungen ist, sich wirtschaftlich neu zu orientieren.) Wird das Projekt nur Erfolg haben, wenn es nicht nur eine neue Infrastruktur bereit stellt, sondern auch neue Verkehrsmittel, die nicht mehr öl-getrieben sind? Die chinesische Politik zur Forcierung von erneuerbaren Rohstoffen und nicht-benzin-getriebenen Autos (E-Mobilität) scheint ein unverzichtbarer Bestandteil zu sein. (Siehe hierzu z.B. Matthias Breitinger Elektroautos auf die Überholspur in der Zeit vom 2.11.2016.)

– Übergreifend stellt sich die Frage nach den Prinzipien und Werten, mit denen die weltweite Ordnung gestaltet werden soll. Sind die westlichen Werte nach Jahrhunderten von verheerenden Kriegen in der überlieferten Form weiter vertretbar?

Von den USA wird das Projekt als Bedrohung der eigenen Machtposition wahrgenommen. Luft hebt vier kritische Bereiche hervor: (1) »From a U.S. perspective China's entry into Europe is a game changer. Washington is concerned that China might drive a wedge between the United States and the EU and that China might take advantage of Europe's economic despair.« (2) Alle großen Wege der Seidenstraße laufen über Iran oder Russland. US liegt dagegen daran, beide zu schwächen. (3) Die USA erwarten die größten militärischen Konflikte des 21. Jahrhundert am Indischen Ozean. Anzeichen sind terroristische Bewegungen, Piraterie und failed states (Gescheiterte Staaten), die sich nach einem Index von 2013 auf diese Region konzentrieren. (4) Konflikt um das südchinesische Meer. (Luft, S. 34-36)

Failed States

Failed States
Quelle: Wikipedia, abgerufen am 6.1.2017
Urheber: Von Ithinkhelikesit - Eigenes Werk based on BlankMap-World6.svg, CC BY-SA 3.0, Link

China scheint überzeugt, dass es keine Zukunft der Weltwirtschaft geben wird, wenn es nicht gelingt, diesen Ländern eine Perspektive zu geben. Für Europa ist es nach meiner Überzeugung zugleich die einzige Möglichkeit, die drohenden Flüchtlingsströme abzuwenden.

Zum Schluss der Einleitung ein Hinweis auf die heutigen Wirtschaftsströme, für die die Tiefsee-Kabel ein schlagendes Beispiel sind.

Untersee-Kabel

Weltweit verlegte Telekommunikations-Seekabel, Stand 2015
Urheber; Von cable data by Greg Mahlknecht , map by Openstreetmap contributors - http://www.cablemap.info (cable data by Greg Mahlknecht released under GPLv3) http://umap.openstreetmap.fr/de, CC BY-SA 2.0, Link

Für Gal Luft ergeben sich für die USA verschiedene Optionen, auf Chinas Initiative zu reagieren: (1) US versucht das zu verhindern, indem es zentrale Gebiete wie Kasachstan, Myanmar (Burma), Türkei, Sri Lanka, vielleicht sogar den Iran beherrscht und dadurch die geplanten Routen unterbricht. In diese Strategie könnte auch der Ausbau eines Terrorrückzugsorts in Afghanistan zählen, von wo die anliegenden islamischen Länder und China destabilisiert werden. (2) US steigt in führender Rolle ein und kooperiert mit China. Das könnte in Russland und Indien Ängste vor einer US-China-Koalition wecken. (3) US entwirft eine Alternative. Das scheint ihm nicht mehr möglich. (4) US beteiligt sich gezielt an Teilprojekten und versucht darüber, dem Ganzen eine Richtung zu geben, die keine US-Interessen verletzt. Das ist der von Luft empfohlene Kurs.

Historische Seidenstraße

»Als Seidenstraße bezeichnet man ein Netz von Karawanenstraßen, dessen Hauptroute das Mittelmeer auf dem Landweg über Mittelasien mit Ostasien verbindet. Ihre größte Bedeutung erreichte sie zwischen 115 v. Chr. und dem 13. Jahrhundert n. Chr.« (Wikipedia, abgerufen am 3.1.2017)

Historische Seidenstraße

Quelle: Wikipedia, abgerufen am 3.1.2017
Urheber: Von Roylee - User created, Gemeinfrei, Link

Weitere Informationen über die Historische Seidenstraße zum Beispiel bei Werner Krämer.

»Der Fund von Mumien in der Taklamakan-Wüste in neuerer Zeit hat die Forschung über die Seidenstraße revolutioniert. Diese Mumien sind 3.500 und 4.000 Jahre alt. Es handelt sich um einen ganzen Friedhof. Stoffbeigaben zeigen Verbindungen zu den Kelten. Die Mumien haben auch europäische Gene (Kefir-Käse bei den Leichen). Also gibt es gemeinsame Ursprünge. Wahrscheinlich sind dies die Ureuropäer, die vor mehr als 10.000 Jahren v.Chr. nach Osten und Westen gezogen sind.«
   »Die beiden Enden (zuerst Chinesen und Römer) kannten sich in der Regel nicht. Gehandelt wurden Seide, Porzellan, Tee, Felle und Lackwaren aus dem Osten und Gold, Silber, Weihrauch, Bernstein und Glas aus dem Westen.«
   »Die Seidenstraße hatte ihre Blütezeit in der Tang-Dynastie (618-907, Mogao-Grotten) und in der Pax Mongolica (1250-1350).«

Die historische Seidenstraße wird im Geschichtskreis näher betrachtet werden.

Teilprojekte

Es ist schon jetzt fast unüberschaubar, wie viele Projekte unter dem Dach einer Neuen Seidenstraße gestartet werden. Die folgenden Beispiele können nur dazu dienen, einen Eindruck zu vermitteln, wie China versucht, jenseits aller religiösen, kulturellen, weltanschaulichen und politischen Konflikte mit allen beteiligten Ländern ins Gespräch zu kommen und Projekte auf den Weg zu bringen. Es spricht sowohl Länder an, die bisher darunter leiden, als strategisch weniger bedeutend zu gelten und von internationaler Kooperation vernachlässigt zu werden, wie auch Länder, die im Mittelpunkt großer politischer und militärischer Konflikte stehen und massiv unter Terrorismus leiden oder davon bedroht sind.

Für fast 50 Mrd $ wird eine Seeverbindung von China über Pakistan aufgebaut als Alternative zur Straße von Malakka, über die heute 80% der Ölimporte nach China laufen. Die Straße von Malakka wird von den USA militärisch kontrolliert und könnte in einem Konfliktfall gesperrt werden. (Breßel, S. 4) Möglicherweise schwenkt China um auf ein Projekt mit Afghanistan und Iran, da die Strecke durch Pakistan wegen lokaler politischer und religiöser Spannungen sehr gefährdet ist (Luft, S. 20f). – In diesem Umfeld entsteht ein riesiges Wasserkraftwerk am Jhelam-Fluss. Die Nettoleistung von 700 MW entspricht einem Atomkraftwerk mittlerer Größe. Das war schon vor Jahren von der deutschen GTZ (Gesellschaft für technische Zusammenarbeit) empfohlen worden und wird jetzt gemeinsam von Pakistan und China in Angriff genommen.

Eisenbahnverbindung von China durch den Himalaya nach Indien, Nepal und Bhutan. Das ist eine extreme technische Herausforderung. Große Gebirge, Erdbebengefährdung. (Siehe Wolfgang Pomrehn China: Eisenbahnen auf dem Dach der Welt in Telepolis vom 18.6.2016).

Der Hafen von Sri Lanka soll mit mehreren Projekten mit 20 Mrd. $ ausgebaut werden als Alternative zu Singapur und Dubai. Zugleich hat China die Malediven als einen der ersten Partner für das Projekt Seidenstraße gewonnen. (China ist mit Sri Lanka weitreichende militärische Kooperationen eingegangen, was von Nachbarländern wie Indien misstrauisch gesehen wird. In Sri Lanka gibt es Gegenbewegungen, die einen Ausverkauf an China befürchten. Quellen: Wikipedia, SZ vom 13.1.2017)

Projekte in Laos, Vietnam, Indonesien, doch gibt es hier starke politische Differenzen. Diese Länder fürchten chinesische Dominanz.

Israel: Beteiligungen an den Häfen von Haifa und Ashdod. China möchte sowohl eine Parallel-Route neben dem Suez-Kanal nutzen können als auch verschiedene technologische Innovationen Israels. (siehe Roi Feder What China's New Silk Road Means for Israel in diplomatcourier vom 1.9.2016).

Europa: China hat den Hafen von Piräus übernommen (Gerd Höhler, Stephan Scheuer Chinas neue Seidenstraße nach Athen, Handelsblatt vom 23.3.2016). Das ist ein natürlicher Tiefseehafen für Containerschiffe aller Größen. Zugleich beteiligt sich China führend an Projekten, ausgehend von Piräus eine Bahnverbindung und Autobahnen auf der Route über das ehemalige Jugoslawien und Ungarn herzustellen. Begleitend wird die Errichtung eines Wärmekraftwerks in Serbien gefördert. (Schüller und Schüler-Zhou, S. 3). Bisher hat China mit diesen Ländern nur einen Handelsanteil von deutlich unter 10%. – Am anderen Ende Europas hofft Portugal auf gemeinsame Investitionsprojekte mit China. Es will mit China den Hafen von Sines ausbauen und dort chinesische Industrie ansiedeln (siehe Bernd Schröder Außenposten am Rande der Seidenstraße in telepolis vom 31.10.2016).

Hochgeschwindigkeits-Eisenbahn von Rotterdam/Duisburg über Moskau noch Peking. Eine Teilestrecke ist Moskau – Kasan. Die Gesamtkosten liegen bei über 200 Mrd. $. Die Kosten-Nutzen-Rechnung ist noch offen. Trotz der Wirtschaftssanktionen gegen Russland wollen sich Siemens und die Deutsche Bahn beteiligen.

Luft nennt weitere Vorhaben von China in Europa: Hafen von Klaipeda, dem größten Container-Hafen an der Ostsee. Container-Hafen bei Istanbul. Flughäfen von Albanien, Hahn, Toulouse. Bahnstrecke Budapest-Belgrad. Energieunternehmen in Tschechien. Die ärmeren ost- und südost-europäischen Länder sind stärker an Projekten mit China interessiert als Westeuropa, das eher eine Konkurrenz befürchtet.

In der Nähe von Xi’an, eine Stadt mit 4 Millionen Einwohnern in der Mitte von China, wird mit Fengxi New City eine Art Musterstadt errichtet, die zeigen soll, welche Art von ökonomischer Entwicklung entlang der Seidenstraße gefördert und aufgebaut werden soll. Sie dient als eine Art EDV-Rückgrat für das Projekt mit Zentren in den Bereichen Big Data und Cloud Computing wie auch einem neuartigen Flughafen. »Its major industries will be executive business and strategic emerging industries, with development focus on new materials, the Internet of Things, information technology, biomedicine, urban agriculture, and products and services for daily living.« (xixianxinqu.gov.cn vom 29.9.2016). China will mit Projekten dieser Art eine Alternative zum Silicon Valley in Kalifornien aufbauen.

»In March, 2015, Fengxi New City of Shaanxi Xixian New Area was approved as a new-type industrialization (big data) national industry demonstration base, becoming the only new-type industrialization national industry demonstration base led by the big data industry. After 4 years' efforts, Fengxi New City transforms to a national big data industry demonstration base from a blank area on information industry. It integrates big data development, cloud computing, Internet of Things and e-commerce with innovation and entrepreneurship, actively creates Silk Road information center, and becomes an eye-catching information industry highland.« (Shanxi vom 12.9.2016)

Finanzierung

Die Frage, wie ein Projekt dieser Größenordnung finanziert werden kann, ist ein Thema für sich. China muss eine Reihe eigenständiger internationaler Organisationen aufbauen, da die derzeit bestehenden Organisationen stark an die Interessen der USA und Westeuropas gebunden sind. Die Weltbank wie der Internationale Währungsfonds wurden nach dem 2. Weltkrieg in einer Situation eingerichtet, als die amerikanische Überlegenheit nahezu total war. Selbst Großbritannien konnte seine Interessen nicht durchsetzen und die Pläne von niemand Geringerem als Keynes blieben unberücksichtigt. Wenn Großbritannien jetzt als erstes westliches Land die von den USA geforderte Blockade der chinesischen Initiativen durchbrochen hat, scheint damit auch eine alte Rechnung beglichen zu werden.

An dieser Stelle soll ein erster Überblick genügen, der bei späterer Gelegenheit zu vertiefen ist, wenn es um die Lösung der internationalen Finanzkrise geht.

»Rund 40 Milliarden US-Dollar sollen über den im Dezember 2014 eigens dazu ins Leben gerufenen Silk Road Fund (SRF) gehen. Hinter ihm stehen die State Administration of Foreign Exchange, die China Investment Corporation, die Export-Import Bank of China und die China Development Bank. Er zielt auf konkrete Infrastrukturprojekte wie Eisenbahnlinien und Pipelines ab, vor allem in Zentralasien. 50 Milliarden Dollar gehen in die neu gegründete Asian Infrastructure Investment Bank (AIIB). Sie startete ebenfalls 2014 auf Chinas Initiative hin. [...] Weitere 10 Milliarden Dollar sollen über die New Development Bank verteilt werden. Sie wurde im Sommer 2014 von Brasilien, Russland, China und Indien als Gegenentwurf zu Weltbank und IWF ins Leben gerufen.« (Bressler, S. 3)

»Die Asiatische Infrastrukturinvestmentbank (AIIB), mit 100 Milliarden Dollar in der Tasche. Der scheidende amerikanische Präsident Barack Obama sieht in der neuen multilateralen Organisation, deren Hauptquartier in Peking nur ein paar Minuten mit dem Auto vom Hauptquartier der Kommunistischen Partei entfernt ist, einen Angriff auf die Vorherrschaft Amerikas. Dass er versuchte, seine Verbündeten von einem Beitritt abzuhalten, brachte China seinen ersten großen diplomatischen Sieg auf der Weltbühne ein: Erst erklärte Großbritannien, dass es bei Pekings Seidenstraßen-Bank mitmacht, dann Deutschland.« (Ankenbrand)

Eine neue Werteordnung "unter dem Himmel" (tianxia, tianxia)

Der Erfolg dieses Projekts wird davon abhängen, ob es China gelingt, das Misstrauen anderer Nationen zu zerstreuen und auf die zahlreichen religiösen, kulturellen und kriegerischen Konflikte entlang der geplanten Routen eine positive Antwort zu finden. Von den deutschsprachigen Wissenschaftlern, die sich mit diesem Projekt beschäftigen, haben sich vor allem Nele Noesselt, Bettina Hückel und Nadine Godehardt zu dieser Frage geäußert.

Welche Lehren können aus den vergangenen Jahrhunderten gezogen werden, in denen nacheinander Venedig 1260-1480, Spanien 1520-1650, die Niederlande 1610-1710, Großbritannien 1710-1930 und seither die USA eine internationale Ordnung gestalteten und zu ihrem jeweiligen Vorteil dominierten? Sie vertraten jeweils ein im übertragenen Sinn egoistisches und nationales Interesse. Im Hintergrund steht eine Philosophie, wonach es individuelle, autonome Akteure sind, die im gesellschaftlichen Raum und im Zusammenleben der Staaten aufeinander treffen. Letztlich ist jeder davon getrieben, für sich eine möglichst große Machtfülle zu erstreben und – wenn es ihm möglich ist – die anderen in eine abhängige Rolle zu drängen. Historische Vorbilder sind der Attische Seebund, als Athen die anfangs mit ihm gegen die Perser verbündeten griechischen Inseln von sich abhängig machte und ausbeutete, sowie der 1648 vereinbarte Westfälische Frieden, mit dem ein Kräftegleichgewicht und Ausgleich der großen europäischen Mächte hergestellt werden sollte. Niemand kennt die Nachteile einer solchen Ordnung besser als Deutschland. Deutschland befand sich am Ende des Dreißigjährigen Krieges in einer schwachen Position und sah sich der Übermacht von außen ausgesetzt. Das führte seit dem 19. Jahrhundert bis zur Zeit des Nationalsozialismus zu nationalistischen Strömungen in Deutschland, um sich daraus zu befreien. Auf vergleichbare Weise entspricht die heutige politische Ordnung nicht mehr den neuen Realitäten, seit China erstarkt ist. So stellt sich die Frage, ob und wie es China gelingt, aus der verhängnisvollen Geschichte Deutschlands zu lernen und einen anderen Weg zu finden.

Nach den beiden Mustern des Attischen Seebundes und des Westfälischen Friedens werden seither von den westlichen Mächten die Internationalen Beziehungen gestaltet. Angesichts des heraufziehenden 1. Weltkriegs interpretierten Rosa Luxemburg 1913 und Lenin 1916 dies Vorgehen als Imperialismus, der an seine natürliche Grenze stößt, wenn ein Staat die gesamte Welt erobert und von sich abhängig gemacht hat und seinen Herrschaftsbereich nicht weiter ausdehnen kann. Auf bürgerlicher Seite entstanden nach der Erfahrung des 1. Weltkriegs Hoffnungen auf einen Völkerbund, die jedoch durch die politischen Entwicklungen in Deutschland, Japan und der Sowjetunion, der Herausbildung neuer politischer Blöcke und schließlich den 2. Weltkrieg und dessen Folgen enttäuscht wurden. Als Ergebnis des 2. Weltkriegs hatten die USA eine nahezu unangefochtene Übermacht erreicht. In den USA nahm die politische Theorie der Internationalen Beziehungen einen neuen Aufschwung, blieb jedoch in der Rolle einer Politikberatung sowohl an den Universitäten wie den neu gegründeten Thinktanks.

Wichtigster Theoretiker dieser Phase war Hans Morgenthau (1904-1980) (nicht zu verwechseln mit Henry Morgenthau, auf den der Morgenthau-Plan zurückging), ein Freund und persönlicher Bekannter von Hannah Arendt, Kennedy, Kissinger u.a. Das einzige theoretische Konzept ist die Balance der Macht, da für ihn auf internationaler Ebene nur der Machtkampf zählt. Henry Kissinger (* 1923) hält bis heute an einer Ordnung nach dem Vorbild des Westfälischen Friedens fest, die den vorherrschenden Mächten das Recht gibt, präventiv in anderen Staaten zu intervenieren, wenn diese das Gleichgewicht der Macht durcheinander zu bringen drohen. Mit der Erfahrung des Vietnam-Kriegs regte sich in den USA Unbehagen an dieser Richtung. 1977 sah Stanley Hoffman (1928-2015), An American Social Science: International Relations die Gefahr, dass die USA auf diesem Weg provinzialisieren und ihre Gestaltungskraft verlieren. Die Gefahr lag weniger darin, den Blick auf die gesamte Welt zu verlieren, sondern keinerlei innere Werte mehr vertreten zu können und nur noch pragmatisch Anfragen der tagesaktuellen Politik zu beantworten. »The discipline of international relations is, so to speak, too close to the fire.« (Hoffmann, S. 59). Sie richtet sich in der Nähe zur Macht ein, verliert ihre intellektuelle Wachheit und die Distanz zum Weltgeschehen und den von ihr beratenen Politikern, nimmt langfristige, neu aufkommende und divergierende Entwicklungen nicht mehr wahr und beschränkt sich auf bloße Beschreibung des sich wandelnden Ist-Zustands und ad-hoc-Lösungen. Wenn es für sie überhaupt ein philosophisches Fundament gibt, dann ist es die bloße Anerkennung der Macht des Gegebenen (Faktischen). Sie verliert die Fähigkeit, die jeweils aktuelle Entwicklung aus verschiedenen Perspektiven zu sehen und gerät unversehens und entgegen ihren eigenen ursprünglichen Idealen in eine Position, die von außen nur noch als Arroganz der Macht (Machtzynismus) wahrgenommen werden kann. (Nach meinem Eindruck erleben wir derzeit wie in einem Rückschlag das gleiche in Westeuropa, wo sich viele liberale bis früher einmal linke und aus dem 68er Milieu kommende Politiker und deren Berater und sie umgebenden Journalisten um die Atlantik-Brücke und ähnliche Zusammenschlüsse sammeln und nicht verstehen, warum und wie sie den Konsens der Gesellschaft verloren haben und zu neuen Hassbildern in Teilen der Gesellschaft zu werden drohen.)

Das kann nur eine Weile gut gehen. Wenn innere Werte verloren gehen, schwindet der gesellschaftlich verbindliche und akzeptierte Zusammenhalt der Gesellschaft und mit ihm die Grundlage einer dauerhaft wirksamen Macht. Das hatte Hoffmann in den USA angesichts der bitteren Kontroversen über den Vietnamkrieg erlebt. Wenn es überhaupt einen allgemein anerkannten Wertekodex gibt, bezieht er sich auf die Naturwissenschaften und hier insbesondere die klassische Mechanik, nach deren Vorbild die Internationalen Beziehungen gedeutet werden sollen. Politik und Gesellschaft erscheinen als die Wechselwirkung voneinander unabhängiger autonomer Objekte, von denen sich dasjenige mit der größten Kraft durchsetzt. (Siehe hierzu Nele Noesselt Is There a 'Chinese School' of IR?, 2012)

Diese Haltung gilt als Positivismus, gegen den sich die nächste Generation der Politischen Wissenschaft wendet. Noesselt zitiert Steve Smith (* 1952), der 1996 in Positivism and beyond die Krise dieser Richtung weitsichtig erkannt hat. Menschen und Staaten können nicht auf mechanische Objekte und deren Bewegungsgesetze reduziert werden. Auf dem Höhepunkt des Positivismus setzten sich mit dem politischen Machtverfall der USA in der Gesellschaft unterschiedlichste Tendenzen durch, die aus Sicht des Positivismus einen Rückfall in den Irrationalismus zeigen. Aus dieser Krise hat sich heute im 21. Jahrhundert das rein pragmatische Politikkonzept abgeleitet, nicht mehr im klassischen Sinn Kriege zwischen Staaten zu führen, sondern die Zerfalls- und Dekadenzerscheinungen innerhalb der Gesellschaften des Gegners geschickt zu manipulieren und durch Einflussnahmen unterschiedlichster Art bis zur Förderung terroristischer Organisationen die in den Gesellschaften ohnehin anwachsenden Angstgefühle weiter zu schüren mit dem Ziel, die gegnerischen Staaten politikunfähig zu machen bis sie im Extrem scheiternde Staaten (failed states) geworden sind und innerlich zusammenbrechen.

Smith nennt nicht ganz überraschend 5 Alternativen zum Positivismus: Den wissenschaftlichen Realismus nach Roy Bhaskar (1944-2014) (eine Art verbesserte Neuauflage des Positivismus); Renaissance der Hermeneutik aus der Tradition von Dilthey über Heidegger bis Gadamer, wonach alle politischen Akteure und Vorgänge entsprechend ihrer jeweiligen Eigenlogik zu verstehen sind und ihr Handeln nicht auf eine Art Naturgesetze zurückgeführt werden können; Kritische Theorie mit ihrem Hauptvertreter Jürgen Habermas und dessen Theorie kommunikativen Handelns; Feminismus und hier aus seiner Sicht vor allem die feministische Standpunkt-Haltung von Nancy Hartsock (1943-2015); Post-Moderne im Gefolge von Foucault, Derrida oder Rorty. Im Ganzen zeigt das eine Krise und ein inneres Vakuum im westlichen Denken. Derzeit ist nicht in Sicht, welcher neue gemeinsame Konsens gefunden werden könnte.

Darauf sucht in China vor allem Zhao Tingyang eine Antwort, den Godehardt 2010 bei ihren Aufenthalten in China persönlich kennengelernt hat. Zhao Tingyang (zhao tinyang, * 1961) ist Professor am philosophischen Institut der 1977 gegründeten Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften. Sein Ansatz ist in einem englisch übersetzten Essay bündig vorgetragen, A Political World Philosophy in terms of All-under-heaven (Tian-xia), die Prinzipien seiner Philosophie in The Ontology of Coexistence: From Cogito to Facio (2012).

Im Ganzen sieht Zhao die Gefahr, dass es nicht nur wie aus westlicher Sicht zu failed states kommt, sondern zu einer failed world, in der kein einziger Staat erfolgreich gedeihen kann. Es ist für ihn typisch für westliches Denken, dass es aus seiner individualistischen, nationalen Sicht autonomer Handlungssubjekte nicht einmal dies Problem sieht, welches nicht bei den einzelnen Akteuren, sondern in der fehlenden Harmonie ihrer Abstimmung miteinander begründet ist.

Alternativ sucht er in der chinesischen Tradition ein Vorbild und findet es in den Ideen des tianxia (tianxia, »was unter dem Himmel ist«), möglicherweise verwandt mit chaogong tixi (tributary system").

Beides geht zurück auf die Herrschaft von Zhou, der nach dem erfolgreichen Kampf gegen das autokratische System der Shang-Dynastie (18. bis 11. Jahrhundert v.Chr.) 1.000 Stämme vereinen wollte, von denen sein eigener Stamm mit nur 70.000 Menschen einer der kleineren war, während andere Stämme bis zu über 1 Mio. Menschen zählten. Die Zhou-Dynastie bestand von 1.100 bis 256 v.Chr. In ihrer Zeit lebten die großen chinesischen Philosophen wie Konfuzius (551-579 v.Chr.), Laotse ebenfalls im 6. Jh. v.Chr. (auf den der im 4. Jh. v.Chr. entstandene Daoismus zurückgeht), Mengzi (370-290 v.Chr.). (Der Buddhismus entstand ebenfalls in dieser Zeit im 6. oder 5. Jahrhundert v.Chr. in Indien, kam aber erst über die Seidenstraße nach China und setzte sich dort im 7. Jahrhundert n.Chr. durch. Im Westen war dies die Zeit von Zarathustra, der griechischen Philosophie und der Entstehung der Schriften des Alten Testament, weswegen 1949 der Philosoph Karl Jaspers diese Zeit als Achsenzeit bezeichnete.)

Tianxia (tianxia) hat eine fast kosmische Bedeutung und kann für mich entfernt mit der physischen Welt diesseits des Mondes bei Aristoteles verglichen werden. Mit Tianxia ist eine Lebensgemeinschaft aller Dinge unter dem Himmel gemeint, an der drei Ebenen unterschieden werden: Alles, was als Erde und auf der Erde geographisch unter dem Himmel liegt. Die gemeinsame Grundüberzeugung aller Menschen, die in diesem Bereich zusammen leben, »a universal agreement in the 'hearts' of all peoples«. Ihre politische Ordnung. (Zhao 2009, S. 9)

Solche Ideen gehen zurück auf Konfuzius und Laotse. Es ist weniger wichtig, dass sich die Menschen formal an Gesetze halten mit der Tendenz, dass alles erlaubt ist, solange es nicht ausdrücklich gegen Gesetze verstößt, sondern dass sie eine gemeinsame Grundüberzeugung teilen und eine gemeinsame Ordnung anerkennen, an die sie sich halten und für die sie eintreten. Macht bedeutet hiernach nicht die polizeiliche oder militärische Stärke, bestimmte Gesetze zu erlassen, durchzusetzen und ihre Übertretung zu bestrafen, sondern die positive Autorität, dass alle aus innerer Überzeugung von sich aus zu einem gemeinsamen Ganzen beitragen und sich darin wohlfühlen.

Die philosophischen Wurzeln liegen tief. Zhao Tingyang vertritt anstelle einer Ontologie der Dinge, bei der von den einzelnen Dingen und ihren Grenzen (ihrer Autonomie) gegeneinander ausgegangen wird, eine Ontologie der Koexistenz. Vor allen Unterschieden befindet sich alles in Gemeinsamkeit und Beziehung zueinander, weil es gemeinsam in den Bereich ‘Unter den Himmel’ gehört. Es soll nicht von den autonomen Subjekten ausgegangen werden, die ihren jeweiligen Wunsch nach Selbstverwirklichung in Übereinklang bringen müssen mit dem notwendigen Zusammenleben mit anderen (der Mensch als Stachelschwein nach Schopenhauer), sondern umgekehrt vom Zusammenleben der Menschen, innerhalb dessen die Fähigkeiten eines jeden einschließlich seinem Wunsch nach Autonomie zu berücksichtigen sind. Verwandte Ideen sehe ich bei Aristoteles und der sich auf ihn berufenden Philosophin Martha Nussbaum (* 1947), lange Zeit aktiv in UNO Forschungseinrichtungen.

Der Ausdruck chaogong tixi ist eine Rückübersetzung. Der amerikanische Sinologe John King Fairbank (1907-1991) hat in verschiedenen Arbeiten 1941, 1942, 1968 das traditionelle Verhältnis Chinas zu seinen Nachbarn als tributary system verstanden. Dieser Ausdruck wurde ins Chinesische als chaogong tixi übersetzt. China verstand sich als Reich der Mitte, das mit seinen Nachbarn wechselseitigen Austausch zum beiderseitigen Nutzen pflegte. Das unterscheidet sich zwar von den Kolonial-Beziehungen europäischer Mächte, trägt aber dennoch monarchische und aristokratische Züge mit einem klaren Überlegenheitsgefühl aufseiten von China. Heute gibt es in China eine breite philosophische Diskussion, diese Ideen zu verknüpfen mit Ideen aus der europäischen Aufklärung, so etwa den Harmonie-Gedanken nach Leibniz oder Kants Idee des Ewigen Friedens. In China besteht jedoch die Befürchtung, dass die europäische Aufklärung zu formal gedacht hat, während es darauf ankommt, die gemeinsamen Beziehungen klarer materiell zu begründen in der gemeinsamen Lebensumwelt auf der Erde.

Eine solche Ordnung ist bewusst nicht in juristischen Regeln fixiert, sondern soll in den Herzen verankert sein. Daher strebt China nicht vorrangig ein institutionelles Regelwerk an, das alternativ zu den nach 1945 eingerichteten Organisationen aufgebaut werden soll, sondern eine gemeinsame Leitidee, aus der heraus sich die angemessenen Ordnungsstrukturen ergeben werden. Für Zhao Tingyang reduziert der europäische Wunsch nach Identität (sameness) die Möglichkeiten auf jeweils ein Ding, während eine Harmonie, die aus den vielen einzelnen Komponenten erwächst, mehr vermag (siehe hierzu Godehardt No end of history, S. 16).

Dieser Ansatz ist ausdrücklich eine Alternative zu den heute im Westen dominierenden, in den USA entstandenen Leitideen wie »the 'clash of civilizations' (Kampf der Kulturen nach Huntington), 'rogue states' (Schurkenstaaten, später auch Achse des Bösen) or 'failed states' (gescheiterten Staaten), concepts which illegally legitimize America's disastrous leadership in the world« (Zhao 2009, S. 6). Zu ergänzen wäre Francis Fukuyama The End of History (1989), der nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion geglaubt hatte, jetzt habe sich das westliche Modell der Demokratie endgültig durchgesetzt und die Geschichte sei abgeschlossen, womit er eine unbegrenzte Fortdauer der von den USA dominierten Weltökonomie samt ihren am american way of life orientierten Werten meinte.

Zhao Tingyang stellte in einem Essay The Ontology of Coexistence: From Cogito to Facio (2012) die Prinzipien zusammen, von denen sein Ansatz ausgeht, die »principles of optimal coexistence« (Zhao Tingyang 2012, 34, Zwischenüberschrift):

–    »inclusion of all people« (»not excluding the others«, chinesisch). Niemand darf von vornherein als »outsider« oder als Feind ausgeschlossen werden. So hatten in der Antike die Griechen alle anderen, nördlich von ihnen lebenden Völker als Barbaren auf einer niedrigeren Kulturstufe angesehen, die Gläubigen auf die Heiden herabgesehen, die eine Konfession die Angehörigen aller anderen Konfessionen als Ketzer gebrandmarkt usw. Im Westen dominiert ein Bild von Glauben und Religion, wonach jeder ein individuelles Verhältnis zu Gott hat. Er zieht sich im Gebet zurück und sucht ausschließlich für sich selbst Hilfe bei Gott. Die von Luther gepredigte »Freiheit des Christenmenschen« befestigt dies: Jeder ist in seinem Verhältnis zu Gott frei von allen anderen. Das hat häufig genug dazu geführt, Menschen mit anderen Glauben als Heiden auszugrenzen und in der Konsequenz zu bekämpfen.

–    »universal benefit«. Das ist eine Verallgemeinerung und gewisse innere Wendung des Kategorischen Imperativs von Kant. Es genügt nicht, alle anderen als Einzelne sich selbst gegenüber gleichberechtigt zu sehen, sondern es geht um den allgemeinen Nutzen, den »common wealth«, in der ursprünglichen Bedeutung, die Adam Smith als Wohlstand der Nationen (wealth of nations) gemeint und als Leitprinzip des Welthandels gefordert hatte.

–    »no negative retribution«, keine Rache oder Vergeltung. Gandhi brachte es prägnant auf die Formel: »Auge um Auge – und die ganze Welt wird erblinden« Zhao Tingyang fragt, wie das Prinzip der Rache verwirktlicht werden sollte angesichts »military competition, trade protectionism or trade wars, financial trickery and fraud, as well as pollution and overuse of resources« (Zhao Tingyang 2012, S. 34). Das kann keine Perspektive für die Zukunft sein.

–    »priority of human obligations«. Menschen haben nicht nicht nur Rechte, sondern auch Verpflichtungen. Das ist für ihn das wichtigste Prinzip, das aus dem Konfuzianismus übernommen wird.

Über allem scheint mir sein Prinzip zu stehen, dass die an den Verstand und die Vernunft gerichteten westlichen Prinzipien nicht ausreichend sind. Es geht um das Herz des Menschen (minxin, minxin). So wie der American Dream die Herzen ansprach und den USA solange eine moralische Überlegenheit gab, wie diese Hoffnung glaubhaft vertreten werden konnte, dauerte die Vormacht der USA an. Heute ist sie erschüttert und es muss eine neue Politik gefunden werden, die wieder in der Lage ist, die Menschen vom Herzen aus zu berühren.

Anhang: Made in China 2025 und Industrie 4.0

Abschließend ein Ausblick auf das parallel verlaufende Projekt Made in China 2025. 2011 wurde bei der Hannover-Messe das deutsche Projekt Industrie 4.0 vorgestellt. Im Jahr danach begann das chinesische Ministerium für Industrie- und Informationstechnologie daran orientiert eine eigene Strategie auszuarbeiten. Das Ergebnis wurde am 19.5.2015 vom chinesischen Staatsrat verabschiedet. China möchte bis 2049 technologisch mit den führenden Industrienationen gleichziehen.

»The plan proposed a 'three step' strategy of transforming China into a leading manufacturing power by the year 2049, which marks the 100th anniversary of the founding of the People's Republic of China.« (gov.cn vom 19.5.2015)

Der 10-Jahresplan Made in China 2025 made in china 2025) ist der erste Schritt. Die Botschaft der Volksrepublik China in der Bundesrepublik Deutschland nennt die Ziele:

»Chinas Staatsrat hat am Dienstag den nationalen Plan 'Made in China 2025' vorgestellt. Hierbei handelt es sich um ein Aktionsprogramm im Rahmen der chinesischen Nationalstrategie, auf dessen Grundlage das Land innerhalb von drei Jahrzehnten zu einem Land mit starken Fertigungskapazitäten aufsteigen soll. Insbesondere die Bereiche der IT-Technik, der High-End-Geräte, neuer Werkstoffe, der Biomedizin, von CNC-Werkzeugmaschinen und Robotern, des Luft- und Raumfahrzeugbaus, von Geräten für Offshore-Projekte, sowie High-Tech-Schiffen und Bahntechnik sollen hierzu gefördert werden.« (china-botschaft.de

Unverkennbar sind die Neue Seidenstraße und Made in China 2025 aufeinander abgestimmt. Der Kauf von Unternehmen in Deutschland und anderen Ländern zeigt deutlich, wie China vorgehen möchte. Seither gibt es in Deutschland eine Kontroverse, ob das für die deutsche Industrie eine Chance oder eine Gefahr ist.

Chinesische Kapitalexporte

China finanziert nicht nur gemeinsame Projekte, sondern kauft auch zunehmend Firmen im Westen. Hier liegt ein deutlicher Schwerpunkt auf dem Einkauf sehr innovativer Firmen, um die eigene technologische Entwicklung zu beschleunigen und Rückstände abzubauen. (Für eine erste Übersicht mit zahlreichen Verweisen siehe Wolfgang Pomrehn China: Globalisierung 2.0 in telepolis vom 7.4.2015).

2009 kauft sich China in Firmen ein, die über Schlüsseltechnologien im Flugzeugbau verfügen, um langfristig Boeing und Airbus Konkurrenz machen zu können. Anfang Mai 2017 startete der erste Jungernflug eines chinesischen Mittelstreckenjets (Wirtschaftswoche vom 5. Mai 2017). Im Dezember 2013 landet erstmals ein chinesisches Raumschiff auf dem Mond. An Bord ist das Mondfahrzeug Jadehase (yutu). Der US-Überläufer Edward Snowden offenbart 2014, dass die NSA jahrelang die chinesische Staatsspitze und das Unternehmen Huawei ausspioniert hat (Huawai ist Konkurrent von Cisco bei EDV-Netzwerkausrüstungen). China hat das größte Weltraumteleskop. In China soll der größte Teilchenbeschleuniger der Welt entstehen, der 2040 in Betrieb genommen werden soll (Krämer).

Das Consulting-Unternehmen Ernst & Young berichtet regelmäßig über die chinesischen Kapitalexporte, der aktuellste Bericht stammt von Juli 2016: China steht im ersten Halbjahr 2016 auf Platz drei der größten Investoren in Deutschland hinter den USA (64 Akquisitionen) und der Schweiz (45 Akquisitionen). 2015 lag China noch auf dem fünften Rang, 2014 auf dem sechsten Rang. Der gesamte Kapitalexport von China nach Europa hat sich von 2006 bis 2015 von 4 auf 40 Mrd. $ verzehnfacht und betrug im ersten Halbjahr 2016 72 Mrd. $. Der Schwerpunkt liegt auf Industrie und Hochtechnologie. Die größten Käufe im 1. Halbjahr 2016:

Syngenta, Agrar und Biotechnologie, Schweiz, 44.182 $
Supercell Oy, High Technology, Spieleentwickler, Finnland 8.600 $
KUKA AG, Industrials, Robotik, Deutschland 4.663 $
EEW Energy from Waste, Stromerzeuger aus Abfall, Deutschland, 1.594 $
Gategroup Holding AG, Airline-Caterer, Schweiz, 1.479 $
Opera Software ASA, High Technology, Entwickler eines der bekanntesten Browser, Norwegen, 1.198 $
Bio Products Laboratory Ltd, Healthcare, Großbritannien, 1.197 $
Punch PowerTrain NV, Autogetriebe, Belgien, 1.100 $
Kraussmaffei Group GmbH, Industrials, Deutschland, 1.012 $

Weitere Übernahmen in Deutschland: Aixtron (Anlagen zur Herstellung von Halbleiterkomponenten) (die USA haben ein Veto eingelegt), Nordic Yarts Werftengruppe in Wismar, Manz im Bereich Solaranlagen, Schimmel Pianofabrik Braunschweig.

2014 stieg China im Flughafen von Toulouse ein, dem Firmensitz des Airbus. 2015 übernahm China den italienischen Reifen-Hersteller Pirelli.

Für 2049 ist auch eine weitgehende Fertigstellung der Neuen Seidenstraße geplant.

Institutionen

China International Institute for International Studies Link

Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik e.V. Link

Ernest & Young: Pressemitteilungen, darunter einige zu China; ey.com

GIGA Institut für Asien-Studien Link

Hong Kong Trade Development Council Link

Konrad Adenauer Stiftung, Publikationen zu internationalen Themen Link

Mercator Institute for China Studies Link

Stiftung Wissenschaft und Politik Link

Literatur

Hendrik Ankenbrand: Chinas neue Seidenstraße; FAZ 27.12.2016

Patrick Bessler: Chinas 'neue Seidenstraße': Zentralasien im Visier; Konrad-Adenauer-Stiftung vom 22.12.2015

Jack Farchy, James Kynge, Chris Campbell, David Blood: One belt, one road; ft vom 14.9.2016

Jan Gaspers: Germany Wants Europe to Help Shape China's Belt and Road Initiative; merics.org vom 19.12.2016

Nadine Godehardt 2014: Chinas 'neue' Seidenstraßeninitiative; swp-berlin.org, 9.6.2014

Nadine Godehardt 2016: No End of History, A Chinese Alternative Concept of International Order?; swp-berlin.org von 2016

Stanley Hoffmann: An American Social Science: International Relations
in: An American Social Science: International Relations (in: Daedalus 1977, 106, 3, 41-60; Link

Bettina Hückel: Theory of International Relations with Chinese Characteristics
in: diskurs, 2012 Ausgabe 2, S. 34-64; diskurs-zeitschrift.de

Horand Knaup: Chinas Rolle in Afrika - Ansturm der gierigen Helfer; Spiegel vom 9.12.2010

Werner Krämer: Website mit vielen Informationen; Link

Gal Luft (Institute for the Analysis of Global Security): It Takes a Road; iags.org

Nele Noesselt: Is There a 'Chinese School' of IR?
in: GIGA Working Papers, Nr. 188, März 2012; giga

Nele Noesselt: Solo oder Sinfonie
in: Die Politische Meinung, eine Zeitschrift der Konrad-Adenauer-Stiftung am 9.12.2015; Link

Wolfgang Pomrehn: Beiträge zu China in telepolis

Moritz Rudolf: Chancen und Risiken der Seidenstraßeninitiative – Xi Jinpings geostrategisches Prestigeprojekt
in: Bundesministerium der Verteidigung: Reader Sicherheitspolitik, Ausgabe April 2016; bmvg.de

Michael Schaefer, Wei Shen und André Loesekrug-Pietri: Diplomatie mit neuen Mitteln
in: zeitschrift-ip, Januar-Februar 2016, S. 78-87; dgap.org

Margot Schüller und Yun Schüler-Zhou: Chinas Seidenstraßen-Initiative trifft auf transeuropäische Infrastrukturpolitik; GIGA Dez. 2015

Steve Smith: Positivism and beyond
in: Steve Smith u.a. (Hg.): International Theory: positivism & beyond, Cambridge 1996, S. 11-44; Vorabdruck bei yimg.com)

Zhang Yongjin, Barry Buzan: The Tributary System as International Society in Theory and Practice
in: The Chinese Journal of International Politics, Vol. 5, 2012, 3-36; Link

Zhao Tingyang 2006: Rethinking Empire from a Chinese Concept 'All-under-Heaven' (Tian-xia)
in: Social Identities, Vol. 12, No. 1, January 2006, pp. 29-41; Link

Zhao Tingyang 2009: A Political World Philosophy in terms of All-under-heaven (Tian-xia)
in: Diogenes 221: 5-18 (2009); Link

Zhao Tingyang 2012: The Ontology of Coexistence: From Cogito to Facio
in: Diogenes, 57(4) 27-36, 2012; Link


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